Der Almbach – Teil 3

In Teil 1 und 2 dieser Serie über den Almbach haben wir gesehen, welch beeindruckende Landschaften das Wasser im Laufe der Jahrtausende geformt hat, und welch massive Eingriffe der Mensch in diese Ökosysteme vorgenommen hat.

Im dritten Teil hab ich mir vorgenommen, weniger Text zu schreiben und dafür die Bilder selbst mehr sprechen zu lassen.

Der letzte Teil endete – zur Erinnerung – an der Wiestalsperre, der zweiten Talsperre dieses Flusssystems.

Jenseits der Wiestal-Staumauer beginnt die Wiestalklamm. Nicht ganz so tief und so lang wie die im zweiten Teil gezeigte Strubklamm, aber trotzdem auch recht spektakulär. Heuer im Sommer habe ich einen Weg hinunter in diese Klamm gefunden. Ich war schon gespannt, wie es da unten aussieht, ob wirklich so wenig Wasser da ist, wie ich immer behauptet hab. So viel gleich vorweg, meine Befürchtungen wurden bestätigt.

Der Weg führte anfangs steil bergab durch den Wald, schließlich über teils glitschige Felsen hinunter zum ehemaligen Flussbett. Er dient den vielen Canyoning-Gruppen als Ausstieg aus der Schlucht. Insgesamt 3 Gruppen kamen mir entgegen, die Klamm scheint also in dieser Hinsicht sehr beliebt zu sein. Stellenweise konnte ich mich ob der feuchten, glatten Felsen nur auf allen Vieren fortbewegen, und sogar das war nicht ganz ungefährlich.

Ein paar Anmerkungen zu den Fotos:

  • Das ehemalige Flussbett besteht aus Schotter und Felsen. Hier kann nichts wachsen außer ein paar Flechten und Moose = „Mondlandschaft“
  • Es gibt große Tümpel in denen das Wasser steht, erkennbar an den spiegelglatten Wasseroberflächen, dem klaren Wasser bei gleichzeitig sedimentreichen Sohlen und dem Algenwuchs an den Steinen.
  • Diese Tümpel sind lediglich durch kleine Rinnsale miteinander verbunden, die es teilweise gar nicht an die Oberfläche schaffen sondern unterirdisch durch den Schotter fließen.
  • Die Tümpel erreichen doch zum Teil eine beachtliche Tiefe (stellenweise über 1 Meter), in einem davon war sogar ein einsamer kleiner Fisch zu sehen.
  • Zivilisationsmüll liegt herum, da es nicht genug Wasser gibt um ihn fort zu spülen.
  • Unterschiedliche Arten von Felsen = unterschiedliche Gesteinsschichten durch die sich der Fluss einst gegraben hat.
  • Es ist totenstill da unten. Man hört nur den Lärm der Straße von oben und das Hallen der Schritte auf dem Schotter.
  • Diese Stelle ist bei weitem nicht die tiefste der Schlucht und eher schon am Ende gelegen.
  • Interessanterweise gibt es auch kaum Insekten. Das liegt wohl daran, dass die meisten Insekten auf krautige Pflanzen als Nahrung und Habitat angewiesen sind, die es hier aber fast nicht gibt.
  • Zu guter letzt: Man stelle sich mal vor, wie es wäre, wenn sich hier ein lebendiger, mehrere Meter breiter Gebirgsbach durchwühlen würde. Alleine diese Geräuschkulisse…

 

Ich hab ziemlich viele Fotos reingepackt damit man einen möglichst guten Eindruck von dort unten gewinnen kann. Einige Fotos sind sehr grün, auf manchen ist aber auch der kahle Charakter gut zu erkennen.

Die Felswände wirken auf einigen Bildern übrigens zum Teil wesentlich niedriger als in Natura, bedingt durch die Verzerrung meines Fisheye-Objektivs.

 

In Teil 4 werde ich mich an das Ende der Klamm begeben, dort wo das Kraftwerk steht und der nächste Stausee schon wieder beginnt. Dann muss ich euch leider auch wieder hässlichere Bilder zeigen…

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