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Es war in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts als ein neues Wort populär wurde: Umweltschutz. Hinter diesem Wort stand jedoch viel mehr als nur der Schutz unserer Umwelt. Erstmals wurde erkennbar, dass die Menschheit durch ihr Tun und Handeln in der Lage war, sich selbst ihrer Lebensgrundlage, nämlich der Natur, zu berauben. Es ging darum ein neues Bewußtsein zu schaffen für den Umgang mit den natürlichen Ressourcen dieser Erde. Die Diskussion, die anfangs nur von kleinen Bürgerrechtsbewegungen angestossen wurde, erreichte schließlich die höchsten Kreise unserer Politik und der Medien. Beflügelt von Waldsterben, Tschernobyl und ersten Meldungen eines möglichen Treibhauseffekts war Umweltschutz plötzlich „in“. Recycling-Zentren schossen wie Pilze aus dem Boden, Industrieprojekte sahen sich plötzlich mit Umweltverträglichkeitsprüfungen konfrontiert, NGOs wie GreenPeace und WWF erfreuten sich regen Zulaufes.

Seitdem läuft bei uns doch alles prima. Also, abgesehen vom Klimawandel natürlich. Aber ansonsten ist Umweltverschmutzung und Naturzerstörung bei uns doch kein Thema mehr, oder? Drüben in China und Südamerika soll es noch recht schlimm sein. Oh ja, und die Abholzung des Regenwaldes ist auch eine schlimme Sache. Aber das alles ist weit weg, und da können wir ja eh nichts dagegen ausrichten. Wir haben schließlich unsere Hausaufgaben gemacht und unsere Umwelt auf Vordermann gebracht. Jetzt sollen die auch mal sehen, dass sie ihre Probleme in den Griff bekommen. Dafür spenden wir auch ein paar Euro für den WWF, damit der sich darum kümmert.

Haben wir unsere Hausaufgaben gemacht?

Könnte es sein, dass wir nach Generationen unserer „westlichen Zivilisation“ vielleicht gar nicht mehr erkennen, was Natur ist und was nicht? Wer kann eine natürliche von einer vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft unterscheiden? Weiss irgendwer noch wie ein natürlicher Fluss aussieht? Stört irgendjemanden noch der Anblick von Hochspannungsleitungen in einem Gebirgstal? Oder haben wir uns einfach daran gewöhnt, als ob es die natürlichste Sache der Welt sei?

Kann es also sein, dass wir unaufhörlich mit der Zerstörung unserer Umwelt voran schreiten, ohne dass wir es überhaupt bemerken?

Meine Fotos und Beiträge sollen ein Bewußtsein schaffen für die Wunden, die wir Menschen unserer Umwelt und Natur zufügen. Und dabei spreche ich ganz bewußt nicht vom Klimawandel. Denn in einer Zeit, in der sich Umweltschutz auf Klimaschutz reduziert hat, scheinen wir vollkommen aus den Augen verloren zu haben, was wir hier eigentlich schützen.

Worum es nicht geht: Es geht hier nicht darum Schuldige zu finden und anzuprangern. Wir alle haben Schuld daran, indem wir eine Form der Gesellschaft mittragen, die sich in ihrer Entwicklung vollkommen von der Natur abgewendet hat. Auch mich selbst möchte ich dabei keineswegs ausnehmen.

Letztlich soll es darum gehen, den einen oder anderen Leser anzustoßen, wachzurütteln, vielleicht auch zu provozieren. Damit er anfängt, aus dem Hamsterrad auszubrechen, die richtigen Fragen zu stellen und sich kritisch mit dem wichtigsten Thema unserer gesamten menschlichen Zivilisation auseinander zu setzen. Nämlich: wohin gehen wir?

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